- Geschäftsmodell
Aktueller Stand des Geschäftsmodells
Das bisherige Geschäftsmodell der Firma SensMeTec bestand aus dem Verkauf von Pro-dukten (Sensorik und Messtechnik) sowie des dafür notwendigen Supports für die Auswahl oder die kundenspezifische Anpassung (Ingenieursdienstleistung) der Produkte. Mit der Entwicklung des Plant Watchers erweiterte sich das Geschäftsmodell zu Beginn nur um den Verkauf von Lizenzen für die Analytics-Software. Mit der Einführung eines Lizenzsys-tems fand bereits eine erste grundlegende Erweiterung des Geschäftsmodells statt.
Mittels einer Business Case Analyse zur Lösung A hat der Product Owner festgestellt, dass sich das aktuelle Geschäftsmodell langfristig nicht trägt. Die Einnahmen über das Lizenz-modell sind zu gering. Neue Geschäftsmodelle müssen entwickelt und erprobt werden.
Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen
Es wird ein agiles Business-Model Team damit beauftragt, unter Berücksichtigung der Eingaben des Product Owners des Plant Watchers, andere zusätzliche Geschäftsmodelle zu (er-)finden und diese am Beispiel des Plant Watchers dem Supporting Leader und der weiteren Unternehmensleitung vorzustellen.
Das neu gegründete Team trifft sich mit dem Product Owner des Plant Watchers sowie Vertretern des Kern-Teams, um als Startpunkt der eigenen Arbeiten, die Situation des Plant Watchers aufzunehmen. Dabei wird auf die Business Case Analyse des Product Owners zurückgegriffen.
Um dem Prinzip „in kleinen Schritten etwas zu probieren und früh damit zu scheitern“ zu folgen, werden folgende Anforderungen für ein neues Business Modell des Plant Watchers vereinbart:
- Das Modell muss sich für den einen Zielkunden selbst tragen. Die Tragfähigkeit soll nicht auf Querfinanzierung oder Annahmen zukünftiger Umsatzzahlen mit anderen Kunden basieren.
- Das Modell muss sich zukünftig auf kleinere und größere Kunden skalieren lassen.
- Technik
Integration erweiterter Sensorik
Es wird erweiterte Sensorik in der Anlage des Lead-Kunden eingebaut. Diese besteht aus Sensorik-Produkten von SenseMeTec aber auch zu einem erheblichen Teil aus teuren Zukaufprodukten von Marktbegleitern.
Die Software-Teams integrierten die Messdaten der erweiterten Sensorik in ihre Analytics-Software und führen damit kontinuierlich Tests beim Lead-Kunden durch.
Dieses experimentelle Vorgehen hat zu der Erkenntnis geführt, dass die hinzugefügte Fremdsensorik die Erkennungsgenauigkeit des Top-Fehlers weiter steigert und auch die Erkennung weiterer Fehler in der Anlage ermöglicht.
- Organisation
Neues agiles Team für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle
An den bestehenden agilen Teams für die Entwicklung des Plant Watcher ändert sich nichts.
Für die Weiterentwicklung des Geschäftsmodels des gesamten Unternehmens SensMeTec wird ein weiteres Team initiiert. Durch die positiven Aspekte des agilen Vorgehens wird dieses Team bestehend aus Personen mit Wissen über den Markt, die Kunden sowie Vermarktungsstrategien auch als agiles, aber unternehmensweites Team aufgestellt. In eigenen Sprints werden unterschiedliche Szenarien für die Geschäftsmodellanpassung erstellt und eine Lösung erarbeitet, wie mit Hilfe von Business Agility die unterschiedlichen Szenarien berücksichtigt werden können. Ergebnisse dieses Teams müssen mit dem Product Owner des Plan Watchers geteilt und von diesem beachtet werden.
Kern-Team:
- keine Änderungen in der Zusammenstellung
- keine Änderungen in der Verantwortung
Zwei Software-Teams (jeweils):
- keine Änderungen in der Zusammenstellung
- keine Änderungen in der Verantwortung
Business-Model Team:
- Feature Owner, Scrum Master und Developer (mit Expertise zur Entwicklung von Geschäftsmodellen)
- alles weitere im Tab „agile Aspekte (Erkenntnisse)“
- Agile Aspekte (Erkenntnisse)
Plant Watcher verändert das Unternehmen – die Agilität entfaltet sich
Aus der Perspektive der agilen Transformation und des damit verbundenen organisatorischen Experiments steht das Unternehmen SensMeTec vor einer weiteren Herausforderung. Für einen eher klar umrissenen Zeitraum wird eine spezifische Kompetenz für den Plant Watcher benötigt. Die Scrum Master Community hat mehrere Möglichkeiten diskutiert, um die notwendigen Kompetenzen zu integrieren bzw. zu etablieren und ist zu dem Schluss gekommen, dass die notwendige Kompetenz zur Evaluierung bzw. Entwicklung alternativer Business-Modelle von einer Gruppe erfahrener Spezialisten auszuführen ist und nicht innerhalb der bestehenden Teams umgesetzt werden kann.
In der SensMeTec ist diese Kompetenz grundsätzlich vorhanden aber bisher klassisch in den vorhandenen Strukturen verteilt. Die Scrum Master Community geht dabei auf den Supporting Leader zu, um eine gemeinsame Entscheidung mit der Geschäftsleitung zu erwirken. Im Einvernehmen mit der Geschäftsleitung wurde, auf Basis der guten Erfahrungen im Rahmen des Plant Watchers, entschieden, dass die Kompetenz zur Business Modellierung gebündelt und in einem weiteren agilen Team organisiert werden soll. Das erweitert unser Plant Watcher-Experiment in einen Bereich außerhalb der Entwicklung, kommt aber der Vision einer modernen und anpassungsfähigen Organisation einen wesentlichen Schritt näher.
Auch in Zukunft wird die Überarbeitung, Neugestaltung oder Entwicklung von Geschäftsmodellen eine wesentliche Rolle für SensMeTec spielen, um sich an die Veränderungen im Markt erfolgreich anpassen zu können. Diese Anpassungsfähigkeit in Strukturen, Prozessen, Abläufen und der passenden Entwicklung von Mitarbeitern und damit der Unternehmenskultur wird u.a. auch als „Business Agility“ bezeichnet.
Das neu gebildete Team mit der Kernkompetenz „Business Modell Findung“ wird also auch in Zukunft bestehen und kann sich, wie die bisher im Plant Watcher etablierten Teams, zu einem stabilen Hochleistungsteam entwickeln. Organisiert und strukturiert ist dieses Business-Model Team nach dem gleichen Muster wie die bisherigen agilen Teams auch. Ganz konkret besteht es aus einem Feature Owner des Business-Model Teams, einem Scrum Master und den Developern in Form der Spezialisten, die für eine ganzheitliche Entwicklung und Bewertung von Geschäftsmodellen notwendig sind.
Für die Zeit der Zusammenarbeit mit den bestehenden Teams im Plant Watcher gliedert sich dieses spezielle Team in den Entwicklungsverbund mit ein und alle Teams arbeiten in einem zeitlich und inhaltlich synchronen Ablauf. Die inhaltliche Kommunikation erfolgt im Schwerpunkt über den Product Owner aber auch über die Integration des Feature Owners des Business-Model Teams in das Kern-Team selbst.
Die bisherige Entwicklungsdomäne des Plant Watchers bleibt unangetastet, das neue Business-Model Team ‚koppelt an‘ und alle Teams bilden dann zusammen ein ‚Netzwerk‘. Für die aktuelle Situation bzw. den Entwicklungsabschnitt des Plant Watchers hat dieses Netzwerk ein gemeinsames Ziel: die Optimierung des Geschäftsmodells für das neue Plant Watcher Portfolio.
Fazit:
Ein neues Geschäftsmodell entsteht
Das neu ins Leben gerufene Business-Model Team macht sich an die Arbeit neue Geschäftsmodelle für den Plant Watcher zu (er)finden. Die Technik-Teams arbeiten weiter an der Steigerung der Erkennungsgenauigkeit des Top-Fehlers und gewinnen mehr und mehr Erkenntnisse, welche Sensorik wo passgenau in der Anlage des Lead Kunden eingerichtet werden muss. Für sie bleibt es spannend, in welche Richtung sich die Technik weiterentwickeln muss, um zukünftigen neuen Geschäftsmodellen zu genügen. Der komplette Entwicklungsverbund ist aktuell einer hohen Änderungsdynamik ausgesetzt, aber man ist optimistisch, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu finden und damit auch dem Technikpfad eine klare Vision zu geben.