- Technik
Erkennung des TOP-Fehlers
Das Kern-Team hat mehrere Umsetzungsvorschläge mittels „Prototypen auf Papier“ erstellt. Dabei wurden alle Aspekte der Vision des PlantWatchers betrachtet.
Als größtes technisches Risiko wird die sichere Früherkennung eines auftretenden „Top-Fehlers“ in der Anlage gesehen. Gelingt dies nicht, ist der Lead-Kunde vom Plant-Watcher nicht zu überzeugen und darauf aufbauende Funktionen stellen allein für den Lead-Kunden keinen Mehrwert dar.
Schnelles Lernen durch mehrere Lösungsansätze
Zusammen mit dem Lead-Kunden wird ein Top-Fehler in seiner Anlage identifiziert. Ziel eines ersten „Minimal-Viable-Product“ (MVP) ist es nun, diesen Top-Fehler mit einer vorab definierten Treffsicherheit frühzeitig zu erkennen und in der Anlage zu lokalisieren. Dies soll mittels einer Software-Analytics-Funktion auf Basis von „Live“-Daten aus der Anlage geschehen. Die Live-Daten sollen dabei von Sensorik bereitgestellt werden, die bereits in der Anlage installiert ist.
Da es mehrere Lösungsansätze für die Analytics-Funktion gibt, entscheidet das Kern-Team, die beiden vielversprechendsten Lösungsansätze A und B in zwei unterschiedlichen Realisierungen umzusetzen und beide im weiteren Verlauf beim Lead-Kunden zu testen, um das MVP besser definieren zu können.
Das Kern-Team entwickelt ein Verständnis für mögliche Systemarchitekturen.
- Organisation
Notwendige Strukturen werden klarer
Der Ansatz an zwei unterschiedlichen, aber zeitlich parallelen Realisierungen zu arbeiten, sowie die Abschätzung des Zeitbedarfs, legt nahe, dass zusätzlich Software-Kapazitäten benötigt werden.
Um generell die Konsistenz der technischen Umsetzung gewährleisten zu können, benötigt das Kern-Team eine neue Rolle. Architektonische Entwicklungen und vor allem Entscheidungen wurden bisher innerhalb des Kern-Teams durchgeführt, jetzt wird dies durch den System Architect verantwortet.
In Zukunft wird es hier eine Veränderung durch die Etablierung weiterer Software-Teams geben, denn um weiter größtmögliche Unabhängigkeit und Flexibilität zu gewährleisten, ist es notwendig Vertreter aus den Software-Teams mit einzubeziehen.
Kern-Team
- keine Änderungen in der Zusammenstellung
- eine zusätzliche Person wird die (Haupt-) Verantwortung für die Systemarchitektur übernehmen
- Geschäftsmodell
Erstes rein digitales Produkt
Das neue MVP führt zu einer Wandlung des bisherigen Geschäftsmodells. Neben dem bisher klassischen Verkauf von Sensorik und Messtechnik, soll zukünftig eine reine Analytics-Software als Produkt angeboten werden, welche unabhängig zu den Sensoren verkauft werden kann. Das Unternehmen baut dadurch sein Produktpalette aus und steigt zum ersten Mal in den Verkauf eines reinen digitalen Produkts ein. Die Auswirkungen auf das Geschäftsmodell sind im Business-Model-Canvas (BMC) dargestellt.
- Agile Aspekte (Erkenntnisse)
Kleine Veränderung – keine wesentliche Wirkung
Im Sinne der agilen Vorgehensweise, der Prinzipien hat es mit der Etablierung einer neuen Rolle (System Architect) innerhalb des bestehenden Teams keine Veränderung gegeben. Auch die Integration einer weiteren Person in den Ablauf, die Kommunikation wird aus agiler Sicht kein Hindernis oder keine Besonderheit darstellen. Betroffen ist der Team-Status und so hat der Scrum Master hier eine spezielle Aufgabe bzgl. der Teamentwicklung – die Leistungsfähigkeit wird durch die Hinzunahme eines Kollegen sicher beeinträchtigt werden, ein Anpassungsprozess, der beobachtet und reflektiert werden sollte, um das Kern-Team über die alte Leistungsfähigkeit hinaus und für neue, kommende Aufgaben zu entwickeln.
Fazit:
Ein neues Kapitel der Veränderung beginnt – Zwei zusätzliche Teams stehen vor der Integration
Annahme: Das Kern-Team agiert sehr sicher und selbstständig, ist zu einer funktionierenden Gemeinschaft geworden und ein agiler Coach wird nur noch in seltenen Ausnahmefällen für eine Supervision und damit für einen unabhängigen “Blick von außen” benötigt. Auf den agilen Coach warten aber neue Herausforderungen, denn in die Entwicklung des “Plant-Watcher” sollen zwei neue Teams integriert werden. Eine Herausforderung nicht nur für die neuen sondern auch für das bestehende Team. Ein neues Kapitel der Veränderung beginnt.