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12/15 – Eine vertikale Entwicklungshoheit ist erreicht

  1. Technik

Eigene Sensoren werden entwickelt und integriert

Das Sensorik-Team entwickelt iterativ MVPs der eigenen spezifischen Sensorik und in-tegriert diese in eine Test-Anlage des Lead-Kunden, so dass deren Sensordaten direkt in die Analytics-Software des Plant-Watcher mit einfließen. Nach und nach wird so auch die Fremdsensorik ersetzt. Dabei erhält das Sensorik-Team direktes Feedback vom Kunden über mechanische Haptik und Kompatibilität und von den Software-Teams Rückmeldung zur Genauigkeit und Temperaturdrift der gelieferten Sensorik-Werte. Dies ist zunächst für das Sensorik-Team ungewohnt, da konkrete Rückmeldungen zu Prototypen direkt aus einer Prozessanlage früher so nicht möglich waren. Früher musste die Sensorik erst in-house verschiedene Test-Stufen im Labor durchlaufen und eine Markt-Zulassung haben, bevor sie in einer Prozessanlage eingesetzt werden durfte. Schnell erkennt aber das Sensorik-Team, dass dieses frühe Feedback aus einer realen Anwendungsumgebung sehr wertvoll für die weitere Entwicklung ist.

Für die zügige und harmonische Integration der eigenen Sensorik in das Plant-Watcher-System müssen spezielle Software-Treiber für die eigene Sensorik entwickelt werden. Diese stellen die Daten der eigenen Sensoren auf eine für den Plant-Watcher optimale Art und Weise zur Verfügung. Um das zu erreichen, wird ein Embedded Softwareentwick-ler in das Sensorik-Team integriert, der eng mit den bisherigen Software-Teams zusam-menarbeitet. Diese Fähigkeit, die Sensorik in der Anlage jederzeit gezielt für den Plant-Watcher anpassen zu können, ist ein deutlicher Vorteil gegenüber der Fremdsensorik.

Die dabei gewonnen Erkenntnisse über Gestalt, elektrischen Anschluss, Messgenauig-keiten und Software-Anbindung fließen direkt in die Eigenentwicklung der Sensorik ein.
Der Entwicklungsverbund hat auch erstmals „Vertikale Hoheit“ über die Feature-Entwicklung. Dadurch wird das Angebot des Plant-Watcher „effizienter“ und leichter ska-lier- und anpassbar.


  1. Organisation

Das Sensorik-Team wird erweitert – der Entwicklungsverbund wird effektiver

Ein Entwickler aus einem Software-Team wechselt in das Sensorik-Team, um die neue „Intelligenz“ in die Sensor MVPs zu bringen. Das Sensorik-Team bleibt dadurch weiterhin release-fähig.
Zusätzlich sind jetzt schnellere Erweiterungen und Änderungen der „Intelligenz“ an der Sensorik möglich, da die Fähigkeiten bereits im selben Team vorhanden sind. Gleichzeitig ist die fachgebundene Zusammenarbeit zwischen den drei einzelnen Teams jetzt auch einfacher möglich, da eine gemeinsame Sprache gesprochen wird.
Der Feature-Owner des Sensorik Teams hat jetzt dadurch erweiterte Möglichkeiten den Produktumfang der „intelligenten“ Sensorik zu bestimmen. Daher ergeben sich gegebenenfalls auch Änderungen in den anderen (Software) Teams, da sich deren Produktumfang in Richtung des Sensorik Teams verlagern könnten.


  1. Geschäftsmodell

EaaS bleibt weiterhin das Geschäftsmodel mit dem Lead-Kunden

Das aktuelle Geschäftsmodel bleibt erstmal wie es ist. D.h. der bestehende Entwicklungsverbund übernimmt weiterhin den Vorort-Support des PlantWatcher beim Lead-Kunde. Das hat auch den Vorteil, das Erkenntnisse aus dem Support direkt in die weitere Entwicklung des PlantWatcher einfließen können.
Deweiteren steht eine Cloud-Lösung für Remote-Monitoring in der Planung, die einiges beim Lead- Kunde vereinfachen könnte. Da dies aber eine weitere Änderung des Geschäftsmodels erforderlich macht, wird dieser Ansatz herunter priorisiert und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.


  1. Agile Aspekte (Erkenntnisse)

Von hierarchischer Kommunuikation zu Netzwerk

Der Agile Coach hat eine hoch-frequente Kommunikation zwischen allen, dem Verbund zugehörigen, Teams eingeführt, um einen möglichst schnellen und direkten Autausch zu ermöglichen.
Dadurch hat der Gesamt-Verbund gelernt, als Netzwerk von gleichwertigen Teams zu funktionieren, sich auzutauschen und auf die Erkenntnisse gemeinsam mit Weiterentwicklung(en), kurzfristig und flexibel zu reagieren.
Die Ursprünglichen Zweifel des zuletzt hinzugekommenen Sensorik-Teams sind abgelegt. Dies wurde erreicht durch die erlebte Praxis „von kontinierlichem (Kunden-)Feedback“, hier basierend auf den Erkenntnissen der Real-Daten aus dem Live-System beim Lead- Kunde.
Die „Vertikale Hoheit“ erlaubt jetzt z.B. die direkte Anpassung und Erweiterung von Systemschnittstellen, quer über die Architektur und damit über die Teams hinweg. D.h. Änderungen des Softwareteams können direkt vom Firmware-Entwickler im Sensorik-Team umgesetzt werden. Die daraus resultierenden einzelnen Änderungen sind jetzt ein System-Inkrement, welches potentiell an den Kunden auslieferbar ist.


Fazit:

Geschwindigkeit gewonnen, aber trotzdem gebremst?

Der Lead- Kunde ist mit dem jetzigen Funktionsumfang des PlantWatcher sehr zufrieden und drängt daher auf einen möglichst schnellen Einsatz in seiner Produktiv-Umgebung.

Durch diese Erwartung steht SensMeTec vor folgenden Herausforderungen:

  • eine spezifische und schnelle Lösung für den Lead- Kunde
  • notwendige Produktzulassungen der Eigensensorik

Um allerdings die gesetztlichen Rahmenbedingungen für Produktsicherheit generell erfüllen zu können sind weitere kreative Lösungen notwendig. Denn die gewonnen Fortschritte in der Entwicklungsgeschwindigkeit helfen jetzt erstmal nur intern bei weiteren Systeminkrementen.

Veröffentlicht unter PlantWatcher - Eine Story zur Business Agility in 15 Episoden

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