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Zwischen Methode und Motivation – Was Teams in der Embedded-Welt wirklich weiterbringt

Es begann mit einem schlichten Impuls: „Kannst du in einem Vortrag deine wichtigsten Erkenntnisse zur Zusammenarbeit in agilen Embedded-Software-Teams teilen?“ Eine einfache Frage – doch die Antwort darauf ist alles andere als trivial. Denn je tiefer ich über diese Bitte nachdachte, desto klarer wurde mir: Es geht hier nicht um ein paar agile Methoden oder Scrum-Rituale. Es geht um etwas Fundamentaleres. Etwas, das in der Tiefe der Teams wirkt. Es geht um Menschen, um Haltung, um Motivation. Und genau das wollte ich teilen.

Ich erinnere mich an so viele Projekte, in denen Prozesse wie ein Uhrwerk definiert waren – und trotzdem schien es, als würde das Team auf der Stelle treten. Warum? Weil Motivation fehlte. Weil wir versucht haben, Komplexität mit Regeln zu kontrollieren. Und weil wir oft vergessen, dass Software-Entwicklung – besonders in der sicherheitskritischen Embedded-Welt – mehr ist als ein technischer Ablauf: Sie ist ein soziales System. Und genau hier beginnt meine Geschichte.

1. Der Kern der Sache: Motivation statt Methode

Wenn ich auf erfolgreiche Projekte zurückblicke, dann war eines immer gleich: Die Menschen waren motiviert. Sie hatten einen Sinn, sie waren eingebunden, sie konnten gestalten. Klar, Methoden waren da. Aber sie waren Mittel zum Zweck – nicht Selbstzweck. In anderen Projekten, in denen das Team „alles richtig“ machte, aber innerlich ausgebrannt war, fehlte genau das: der Sinn, die Verbindung, das Vertrauen.

Ich habe über die Jahre gelernt, dass nachhaltiger Erfolg nicht aus der perfekten Methodenanwendung kommt, sondern aus der inneren Motivation der Menschen. Aus dem Gefühl, wirksam zu sein. Einfluss zu haben. Sich entwickeln zu dürfen. Und genau dafür brauchen wir andere Denk- und Arbeitsweisen.

2. Der Kontext macht den Unterschied: Embedded Software ist speziell

In unserer Welt – Embedded Software im Automotive-Bereich – haben wir es mit einer Vielzahl von Herausforderungen zu tun: Normen, Sicherheitsvorgaben, komplexe Systemlandschaften. Hier reicht es nicht, blind Scrum oder SAFe zu übernehmen. Hier müssen wir adaptieren. Kreativ denken. Und manchmal auch mutig bestehende Prozesse infrage stellen.

Was wir brauchen, ist eine Balance: Einerseits die notwendige Struktur und Qualität, um normkonform und sicher zu arbeiten. Andererseits aber auch genug Freiraum für Lernen, Innovation und Menschlichkeit. Diese Balance herzustellen ist für mich der Schlüssel.

3. 12 Methoden, die den Unterschied machen – aber nur mit dem richtigen „Warum“

In meinem Vortrag habe ich 12 Methoden vorgestellt – von Daily Syncs bis zu strukturiertem Wissensaustausch. Jede dieser Methoden hat das Potenzial, Zusammenarbeit zu verbessern. Aber nur, wenn wir sie mit Leben füllen. Wenn wir sie auf unsere Teams anpassen. Und wenn wir sie nicht als Pflichtübung, sondern als Chance zur Verbindung begreifen.

Dabei geht es nicht nur um Meetings oder Rollenverteilungen – es geht um psychologische Sicherheit, um Vertrauen, um geteilte Verantwortung. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen Menschen ihre Fähigkeiten einbringen wollen – nicht müssen.

4. Verantwortung, Offenheit und Lernkultur: Was wirklich zählt

Was ich in der Arbeit mit Teams immer wieder sehe: Sobald Menschen merken, dass sie gehört werden, dass ihr Beitrag zählt, dass sie Verantwortung übernehmen dürfen – verändert sich alles. Dann kommen Ideen, Eigeninitiative, Entwicklung.

Deshalb plädiere ich für eine Arbeitskultur, die Mut macht. Die nicht sofort den Fehler sucht, sondern das Lernen fördert. Die nicht Prozesse „durchzieht“, sondern Prozesse lebt. Und die vor allem eines tut: den Menschen ins Zentrum stellen.

5. Meine Einladung: Lasst uns die Zukunft gestalten – von innen heraus

Ich sehe meine Rolle heute nicht mehr als Methodenvermittler. Sondern als jemand, der Räume öffnet, Impulse gibt, begleitet. Als jemand, der Teams helfen will, ihren eigenen Weg zu finden – zwischen Norm und Neugier, zwischen Sicherheit und Selbstverantwortung.

Denn wenn wir in dieser komplexen Welt bestehen wollen, brauchen wir nicht mehr Kontrolle – sondern mehr Vertrauen. Nicht mehr Tools – sondern mehr Verbindung. Und genau dazu möchte ich beitragen.

Veröffentlicht unter Exzellenz in agilen Organisationen

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